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Wermut Blüten

Wermut —Artemisia absinthium

Wermut ist ein sogenanntes Bittermittel, man spricht auch von einem „Amarum“.  In der Pflanze sind Bitterstoffe enthalten, die für unterschiedliche Wirkungen verantwortlich sind. Schon beim ersten Kontakt mit der Zunge, und den Mundschleimhäuten, werden alle Geschmacks Knospen angeregt. Dadurch entsteht eine reflektorische Freisetzung von Speichel und Magensäure. Gelangen die bitteren Substanzen weiter in den Magen-Darm-Trakt, so bewirken sie, dass spezielle Verdauungshormone und Gallensäuren produziert, und ausgeschüttet werden. Das Wermutkraut regt so die Verdauung an. Bei Menschen die unter Appetitlosigkeit leiden, nimmt er Appetit wieder zu.
 
Die Frage, ob der Verzehr der Pflanze oder Produkte daraus giftig sind kann dahin gehend beantwortet werden, dass auch hier die Dosis das Gift macht. Bei bestimmungsgemäßer Anwendung sind keine Nebenwirkungen bekannt oder zur erwarten. Bei Überdosierung kann es jedoch zu Nebenwirkungen wie Erbrechen, Magen-Darm-Krämpfen, Benommenheit und Kopfschmerzen kommen. Diese Wirkung hängt von der Menge des im Wermut vorhandenen Nervengift „Thujon“ ab.
 
Ursprünglich stammt der Wermut vermutlich aus Sibirien und ist inzwischen sehr weit verbreitet, und gedeiht als Wildwuchs vor allem in Osteuropa. Inzwischen findet man wilde Vorkommen auch West- und Nord- und Mitteleuropa zu finden. In Nordafrika, Nord- und Südamerika findet man die Pflanze ebenfalls als Wildwuchs.
 
Beim gemeinen Wermut (Artemisia absinthium) handelt es sich um eine krautige Pflanze aus der Familie der Korbblütler und wird den Artemisia Gewächsen zugeordnet von denen es mehr als 400 Arten gibt. Bekannt sind bestimmt schon die Arten und Namen wie Eberraute, der gemeine Beifuß und vor allem Estragon. Alles bekannte Gewürzkräuter die in der deftigen und feinen Küche zur Verfeinerung und Verdaulichkeit der Speisen eingesetzt werden. Je nach Wildform werden noch einige Unterarten benannt die je nach Anforderungen eingesetzt werden.
 
Der gemeine Wermut ist eine krautige, ausdauernde und mehrjährige Pflanze. Er hat einen charakteristischen, aromatischen Geruch, der von den ätherischen Ölen herrührt.
Er lässt sich verhältnismäßig einfach im Garten anbauen und ist pflegeleicht. Daher für jeden Kräutergarten und auch für Hochbeete zur Anpflanzung geeignet.
 
Wermut als Heilpflanze und Würzkraut
 
Da Wermutkraut viele medizinisch interessante Eigenschaften besitzt, denen Heilwirkungen zugeschrieben werden, nimmt man ihn gerne um gesundheitliche Störungen im Magen-Darm Bereich zu beheben, da er folgende Eigenschaften vorweisen kann:
Er wirkt: appetitanregend, gallenflussfördernd, leberschützend, zum Teil antiviral, durchblutungsfördernd, tonisierend, immunsystemstärkend und verdauungsfördernd.
Das Wermutkraut wird heutzutage in der Naturheilkunde vor allem bei Erkrankungen und Beschwerden angewendet von:
Völlegefühl, Störungen des Gallenflusses, Appetitlosigkeit, allgemeinen Verdauungsbeschwerden, bei Morbus Crohn und Blähungen, bei Magenschleimhautentzündung, Sodbrennen und zur Stärkung des Immunsystems verabreicht.
Der hohe Anteil des Wermuts an Bitterstoffen und Gerbsäuren regen die Produktion von Verdauungssäften in Magen, Galle und Leber an.  Daher wird er bei fehlendem Appetit und Blähungen verabreicht. Auch sehr fette Mahlzeiten werden leichter verdaulich.  
Man verwendet Wermut als Würzkraut zum Essen, oder trinkt ihn als Wermuttee.  
Man nimmt einen Teelöffel Wermutkraut und übergießt dies mit 300 ml kochendem Wasser, lässt ihn kurz ziehen. Leider hat er einen strengen und bitteren Geschmack der oft mit Zucker übertönt wird. Doch das sollte man besser unterlassen, da die Wirkung sonst abgeschwächt wird. Lieber etwas weniger Kraut nehmen und davon 2- 3 Tassen täglich und jeweils eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten 1 Tasse Tee trinken.  
Der bekannte „Schwedenbitter“ enthält ebenfalls Wermut und dient seit vielen Jahren als universales Mittel bei Fettstoffwechsel Störungen und anderen Beschwerden.
 
Wer direkt Wermut für Würz- oder Heilzwecke benötigt, kann im Kräuterfachhandel oder auch in vielen Onlineshops getrocknete Wermutkräuter erwerben.Teehersteller auch Magen- oder Gallentees an. Die medizinisch wirksamen Bitter- und Gerbstoffe bleiben recht gut konserviert, so dass keine besonderen Lagerungsbedingungen eingehalten werden müssen. Es sollte dennoch darauf geachtet werden, dass die Wermutkräuter aromaversiegelt und in einer Verpackung angeboten werden.
Bekannt ist Wermut auch durch den Aperitif Wermut als ein süßlicher und weinhaltiger Aperitif der auch Wermut beinhaltet. Aus der Geschichte kennen wir die Spirituose Absinth die lange zeit verboten war weil sie die Gesundheit der Menschen sehr stark geschädigt hat bis hin zur Blindheit. Das Verbot wurde inzwischen aufgehoben doch die Herstellung geschieht unter strengen Auflagen und Regeln
Absinth wird mit Alkohol durch Mazeration und Destillation des Wermutkrautes hergestellt. Außerdem befinden sich in dem hochprozentigen Getränk je nach Rezeptur noch Anis und Fenchel und weitere Kräuter.
 
Nebenwirkungen und Anwendungsbeschränkungen
Schwangere und Stillende sollten keinesfalls Wermut konsumieren, da nachweislich die Wehentätigkeit angeregt oder ausgelöst werden kann.  
Wie schon erwähnt können auch zu hohe Dosen Wermut zu Vergiftungserscheinungen führen und wer Magengeschwüre hat, solle vollkommen auf Wermut verzichten.
Achtung! Die innere Einnahme des ätherischen von Wermut ÖL kann gesundheitsschädlich sein. Laut Risikoabschätzung des Bundesamts für Risikobewertung können Verwirrung, starke Unruhe und Schwindel auftreten.  
Diese Symptome sind akute Vergiftungserscheinungen und sollten unbedingt durch einen Arzt abgeklärt werden

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