Pflanzenheilkunde hilfreich bei Schilddrüsenerkrankungen?
Schilddrüse

Pflanzenheilkunde hilfreich bei Schilddrüsenerkrankungen?

Die intelligenteste Drüse im menschlichen Körper ist die Schilddrüse. Eine gesunde und voll funktionstüchtige Schilddrüse ist der Motor für unseren Stoffwechsel und lenkt die wichtigsten Funktionen in unserem Körper. Sie sorgt für die Funktionstüchtigkeit von Magen, Darm, Herz, Kreislauf, Nerven und Muskeln. Nicht zuletzt sorgt sie auch für eine ausgeglichene psychische Verfassung und übt einen nicht zu vernachlässigenden Einfluss auf unsere Veranlagungen und Entfaltungsmöglichkeiten unserer Persönlichkeit, aus. Von vorne betrachtet liegt sie im unteren Hals, ungefähr auf Höhe zwischen Halsmitte/Kehlkopf und Kehlgrube und umschließt mit ihren “Flügeln” rechts und links die Knorpel der Luftröhre.
Die Schilddrüse ist eine endokrine Drüse, das heißt die gibt ihre Hormone im Inneren des Körpers ab. Dem Laien ist sie auch auf Grund ihres Aussehens als “Schmetterlingsorgan,” bekannt.
Eine kranke Schilddrüse kann ausgedehnte Beeinträchtigungen auf unser Denken und Fühlen, hervorrufen. Das Glücksgefühl Hormon Dopamin kann stark beeinträchtigt sein. Stimmungsschwankungen, Panikattacken, Depressionen, Wutausbrüche, völlige Trägheit und Fehlregulationen im Körper, können als Folge einer Schilddrüsen Fehlfunktion sein. Auch Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse sind nicht selten. Oft werden körperliche Befindlichkeitsstörungen nicht mit einer Schilddrüsen Fehlfunktion in Zusammenhang gebracht, und der Patient erfährt beim Hausarzt oder Facharzt nicht adäquat behandelt und versorgt, da oft die Blutwerte unauffällig sind.  
Der Betroffene wird meist mit künstlichen Hormonen behandelt, die er schlecht verträgt, und ihm wird vermittelt, dass er an einer unheilbaren Erkrankung leidet. Die gesundheitlichen Probleme des Patienten verändern sich daher nicht, und er leidet unter Unverträglichkeiten der verordneten Medikamente.  
Man hört sehr oft die Aussagen der Patienten und deren Familien, dass sich die Persönlichkeit der erkrankten Person völlig nachteilig verändert habe. Der Patient selbst fühlt sich selbst ebenfalls in seinem Wesen stark verändert, und hat die Hoffnung auf eine Verbesserung des Zustandes oftmals aufgegeben.  
Generell ist zu sagen, dass eine Heilung von Krankheiten der Schilddrüse durch Heilpflanzen eher unwahrscheinlich ist, doch es lassen sich einige der beeinträchtigenden Beschwerden aber durchaus gut begleiten und damit beeinflussen und lindern.
 
Morbus Basedow und Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
Eine mögliche Ursache für eine Überfunktion der Schilddrüse ist der Morbus Basedow, eine autoimmun bedingte Schilddrüsenentzündung. Das gestörte Immunsystem bildet dabei bestimmte Autoantikörper gegen die Schilddrüse. Diese regen die Schilddrüse zu einer stark übersteigerten Schilddrüsenhormonproduktion an.
Beim Morbus Basedow wird der Körper mit Schilddrüsenhormonen regelrecht überschwemmt. Das Zuviel an Schilddrüsenhormonen bezeichnet man als Schilddrüsenüberfunktion oder Hyperthyreose. Der ständige Überschuss an Schilddrüsenhormonen bleibt natürlich nicht folgenlos, sondern führt zu beeinträchtigenden Beschwerden wie Nervosität, Schlaflosigkeit, Schwitzen, Durchfall und Gewichtsabnahme.
 
Hilfreiche Pflanzen: Klette, Lavendel, Schachtelhalm, Weinraute, Herzgespann, Wolfstrappkraut, Bockshornklee, Knoblauch,und Zitronenmelisse
 
Schilddrüsenunterfunktion durch Jodmangel
Das Spurenelement Jod ist der wichtigste Grundstoff für die Schilddrüsenhormone. Wenn Jod in der Nahrung fehlt, hat das zunächst eine harmlose Kropfbildung zur Folge. Das bedeutet, die Schilddrüse vergrößert sich teilweise sichtbar, um mehr Jod aufnehmen zu können. Die Schilddrüsenfunktion, d.h. die Produktion der Schilddrüsenhormone, ist aber noch nicht beeinträchtigt.
Erst wenn über sehr lange Zeit ständig zu wenig Jod aufgenommen wird, kommt es zu einer behandlungsbedürftigen Erkrankung. Wenn es dauerhaft an dem Spurenelement Jod fehlt, kann die Schilddrüse irgendwann nicht mehr genug Hormone herstellen, um den gesamten Körper damit versorgen zu können. Diesen Mangel an Schilddrüsenhormonen bezeichnet man auch als Unterfunktion der Schilddrüse oder Hypothyreose. Damit einher gehen Beschwerden wie Müdigkeit, depressive Verstimmungen, trockene Haut, Verstopfung und Gewichtszunahme.
 
Hilfreiche Pflanzen: Kleines Fettblatt, Tragant, Thymian und Weissdorn
 
Schilddrüsenunterfunktion durch Hashimoto-Thyreoiditis
Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine weitere Ursache für eine Schilddrüsenunterfunktion. Bei dieser Autoimmunerkrankung greift das Immunsystem fälschlicherweise die eigene Schilddrüse an und zerstört diese. Über Jahre hinweg zunehmende Funktionsstörungen sind die Folge.
Irgendwann ist die Schilddrüse durch die Hashimoto-Thyreoiditis so geschädigt, dass nur noch wenige oder überhaupt keine Schilddrüsenhormone produziert werden. Es kommt zu einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Das führt zu den typischen Krankheitssymptomen eines Schilddrüsenhormonmangels wie Müdigkeit, depressiven Verstimmungen, trockener Haut, Verstopfung und Gewichtszunahme. Andererseits kann es aber auch noch zu Beschwerden kommen, die durch die Autoimmunerkrankung selbst ausgelöst werden.
 
Hilfreiche Pflanzen:  Tragant- und Wild Yams-Wurzeln und Alfalfa-Sprossen, . Indische Myrrhe und Schlafbeere, doch die Wirksamkeit der beiden letzt genannten ist immer noch sehr umstritten
Wogegen man eindeutig gegen immunstärkende Pflanzen muss!
Mistel, Sibirischer Ginseng “Taigawurzel”, Sonnenhut, Wasserdost, Lebensbaum und Wilder Indigo
Diese sind bei einer Hashimoto-Thyreoiditis nicht empfehlenswert. Bei dieser Autoimmunerkrankung läuft das Immunsystem ohnehin schon auf Hochtouren und eine weitere Anregung würde den Krankheitsverlauf nur noch weiter verschlimmern. Da Jod als eine der möglichen Ursachen für die Hashimoto-Thyreoiditis gilt, sollen über einen längeren Zeitraum, oder in höheren Dosierungen, auch keine jodhaltigen Heilpflanzen eingenommen werden.
 
Schilddrüsenknoten und Schilddrüsenkrebs
Im Laufe seines Lebens erkrankt fast jeder zweite Deutsche an einem Schilddrüsenknoten. Es gibt kalte und heiße Knoten (autonomes Adenom) in der Schilddrüse. Meist sind diese harmlos und müssen auch nicht behandelt werden.
Sehr selten kann sich aus den kalten Schilddrüsenknoten eine Schilddrüsenkrebserkrankung entwickeln. Diese ist mit der klassischen Schulmedizin oft gut behandelbar. Die davon betroffenen Patienten können wieder vollständig gesund werden.
Schilddrüsenknoten machen oft keine Beschwerden. Es kann aber auch zu Schluckbeschwerden, Kloßgefühl, Heiserkeit, Räusperzwang sowie einem Druck- und Engegefühl kommen.
 
Heilpflanzen können hier leider nicht empfohlen werden da sie nicht hilfreich sind.
 
Zusammenfassung: Viele einschlägig bekannte Pflanzen Heilkundliche Fachbücher, beschreiben Heilpflanzen, die eine Wirkung auf die Schilddrüse haben sollen. Oft wird behauptet, dass es mit einer Pflanzentherapie möglich wäre, die Schilddrüsenfehlfunktion so zu korrigieren, und die Einnahme künstlicher Schilddrüsenhormone (L-Thyroxin) bei Schilddrüsenunterfunktion oder schilddrüsenhemmender Medikamente (Thyreostatika) bei Schilddrüsenüberfunktion ausgeschlichen werden könnten. Versprechungen dieser Art sind mit Vernunft und Vorsicht zu genießen. Wissenschaftliche Beweise für die Wirksamkeit fehlt in den meisten Fällen, die beschrieben werden.
Eine komplementäre Begleitung der Erkrankung mit passender Homöophatie, Schüssler Salzen und Spurenelementen, von erfahrenen Fachärzten mit naturheilkundlicher Ausrichtung, und Heilpraktikern die nachweislich Kompetenz bezüglich „Schilddrüsenerkrankungen“ nachweisen können, sollte man nicht vernachlässigen.

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