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Tollkirsche - Belladonna

Die Tollkirsche –Belladonna die schöne Frau

Sie kann beides heilen und vergiften. Ihre tiefschwarz glänzenden kirschgroßen Beeren sind hochgiftig.
Sie wurde dieses Jahr (2020) zur Giftpflanze des Jahres gekürt.

Einerseits hoch giftig und doch eine heimische Heilpflanze. Sie ist reif und unreif giftig. Ende Juli ist ihre Reifezeit Zeit vorbei.

Für eine tödliche Dosis bei Kindern genügen 3 bis 5 Früchte.
Für Erwachsene genügen 10 bis 20 Beeren. 

Tollkirsche ist giftig für Pferde, Schweine, Hunde und Katzen, außerdem für Hasen und Kaninchen, Meerschweinchen und Hamster, und für Vögel.
Für Pferde sind 180 g der Wurzel bereits tödlich.
120 – 180 g der getrockneten Blätter lösen Vergiftungserscheinungen aus und können auch tödlich wirken.

Die Tollkirsche wurde schon bei Paracelsus im 15. Jahrhundert benutzt. Sie wurde als Heilmittel, und auch zu Giftmorden verwendet. Besonders der Hexenkult und der weitverbreitete Aberglaube im Mittelalter, benutzte die Pflanze. Liebesgetränke und Hexensalben waren mit der Tollkirsche vermischt. Auf die Haut aufgetragen erlebten die Anwender reale Wahnvorstellungen, bei denen sie glaubten, fliegen zu können. Die edlen Damen verwendeten sie als Augentropfen. Dadurch vergrößerten sich ihre Pupillen und die Augen glänzten (Glanzaugen)wie schwarze Kirschen. Dies brachte der Droge den Namen Belladonna-schöne Frau ein.
Die Tollkirsche gehörte wie der Stechapfel und das Bilsenkraut zum Kräuterrepertoire der „Hexen“. In den mittelalterlichen Kräuterbüchern steht geschrieben, dass die Wirkung der Tollkirsche bei Leberbeschwerden, Magenschmerzen, bei entzündeten Ohren und Augenleiden verwendet wurden. Salben wurden daraus hergestellt und für die Wundversorgung und Heilung angewendet.
Neben den kosmetischen und medizinischen Anwendungen wurde Tollkirschsaft dem Bier und dem Wein zugesetzt. Man kann sich die Steigerung der Wirkung beim Genuss dieser Getränke, die dann einsetzte, gut vorstellen.
Typische Symptome einer Tollkirschenvergiftung sind die   Pupillenerweiterungen, auch als Glanzaugen bekannt.
Kein Erbrechen, trockene, gerötete und heiße Haut.
Trockenheit der Schleimhäute im Mund- und Rachenbereich.
Sprach- und Schluckstörungen sind die Folge.
Beschleunigter Puls
Bei starker Vergiftung befällt den Patienten Unruhe.
Weinkrämpfen und Rededrang
Tobsuchtsanfälle.
Bei entsprechender Vergiftung kommt es zur Bewusstlosigkeit und zum Tod durch Atemlähmung.

Inhaltstoffe der Tollkirsche
Die Pflanze enthält Alkaloide wie  Atropin, (S)-Hyoscyamin und Scopolamin. Das Atropin, das sowohl in der Tollkirsche wie im Stechapfel vorkommt, ist in Wirklichkeit eine Mischung aus (S)-Hyoscyamin und (R)-Hyoscyamin.

Heilwirkung der Tollkirsche
Die Medizinische Anwendung findet überwiegend in der Augenheilkunde statt.
Außerdem wirkt sie sehr krampflösend bei Epilepsie Anfällen.
Sie hemmt die Drüsensekretion und wird daher bei der Parkinson Erkrankung eingesetzt.
Auch bei Asthma und anderen Erkrankungen der Luftwege, Bronchitis, Reizhusten und anderen Lungenaffektionen wird sie
eingesetzt.
Ferner hemmt sie die Drüsensekretion und wird zur Behandlung des Parkinsonismus genommen.
Das in der Tollkirsche enthaltene Atropin, ist ein wirksames Gegengift.
Es wird im militärischen Bereich als Mittel gegen Nervengas gelagert, um im Bedarfsfall verfügbar zu sein

Tollkirsche in der Homöopathie
In der Homöopathie ist Atropa Belladonna ein wichtiges Arzneimittel.
Es wird immer erfolgreich im Bereich fieberhafter Erkrankungen in verschiedenen Potenzen und Darreichungsformen eingesetzt. Leitsymptome sind immer dann, wenn Hitze und Schwitzen, und hochrote Mandeln zu behandeln sind. Säuglingen beim Zahnen, wenn eine Wange hoch rot ist, dann ist Belladonna angesagt. Einsetzen von Belladonna bei Kindern, setzt voraus, dass sie als gesundes Kind immer lebhaft, viel unterwegs und brav sind. Bei Krankheit werden die Kinder unausstehlich. Sie neigen zu heftigen Reaktionen wie Spucken und Wutausbrüchen. Typisch für Belladonna sind Bettnässen, Zähneknirschen und andere Schlafprobleme und auch über Bauchkrämpfe klagen. Generell kann gesagt werden, ist Belladonna vorwiegend bei akuten, plötzlich beginnenden Krankheiten mit hohem Fieber und starken Schmerzen einzusetzen. Wenn es sich um, zum Beispiel um grippale Infekte, Erkältungen, Hals- und Ohrenentzündungen oder Husten handelt, oder auch um Erkrankungen der Augen, des Verdauungsapparates und der endokrinen Drüsen. Belladonna wird auch bei Gebärmutterentzündungen und verstärkter Regelblutung eingesetzt.

Bei einer Vergiftung mit Tollkirschen, sind möglichst rasch Erstmaßnahmen zu treffen und ein Arzt zu verständigen.

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